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Presseberichte

Kollegen, Kollegen!
Wohlgerüche breiten sich in der Retro-Kochshow „Willkommen in den Sixties“ aus

04. Dezember 2019/Autor: Stefan Otto

Die Schlager der 1980er und 1970er Jahre ließ das Mannheimer Rhein-Neckar-Theater bereits in seinen „Radio Gaga Shows“ wiederaufleben. „Willkommen in den Sixties“, die neueste Produktion der musikalischen Bühne in der Neckarauer Alten Seilerei, führt nun nicht nur noch weiter zurück, sondern erzählt zugleich eine köstliche Emanzipationsgeschichte am Herd.
Am Heinzelkoch steht Markus Beisel, der Intendant selbst, und kocht vorgeblich fürs Fernsehen und „das Studiopublikum“, also die Besucher des Theaters. Sein Rollenname „Clemens Walmenroth“ erinnert deutlich an Clemens Wilmenrod, den ersten deutschen TV-Koch, ein Rheinland-Pfälzer, der in den 1950er und 1960er-Jahren mit seiner Kochsendung „... bittet zu Tisch“ die Speisepläne der Bundesrepublik prägte. Ganz wie seine Inspiration Wilmenrod trägt auch Walmenroth das charakteristische Menjoubärtchen und das eigene Konterfei selbstgefällig auf der Schürze, serviert Toast Hawaii, Arabisches Reiterfleisch oder den Venezianischen Weihnachtsschmaus. Hehre Namen waren das für im Grunde simple Gerichte, Frikadellen und Schnitzel, die freimütig unter Verwendung von Konserven und Fertigsoßen zubereitet wurden. 
Personifizierte Fritteuse auf zwei Beinen
„Clemens ist kein Koch, er ist Schauspieler. Eigentlich noch nicht mal das“, muss auch seine Produzentin Dagmar Ginster eingestehen. Mitreißend gespielt von der Mannheimer Sängerin Barbara R. Grabowski, hat sie sich ein bisschen verguckt in ihren Fernsehstar, der ein antiquiertes Frauenbild pflegt und überheblich von sich behauptet: „Ich habe das Fernsehen mit aus der Taufe gehoben.“ Als selbstverliebter und ölig arroganter Koch-Choleriker ist er ihrer Avancen nicht würdig und übersieht sie ohnehin geflissentlich. „Er ist ein Schmierlappen, wie eine personifizierte Fritteuse auf zwei Beinen“, meint Katharina Bischoff (die Darmstädter Musicaldarstellerin Rosa Sutter), eine junge Metzgerstochter, die eher zufällig ins Fernsehstudio gerät und bald die neue Zeit, die 1960er-Jahre, einläutet. Im Gegensatz zu Walmenroth kann sie nämlich wirklich kochen. „Du bist ein Naturtalent! Du bist jung, frech, witzig – genau was diesem eingestaubten Format so fehlt“, erkennt Daggi, die den egomanen „Don Clemente“ flugs durch die jüngere Köchin ersetzt. „So schmecken die Sixties! So kocht man heute!“ zeigt die moderne, selbstbewusste Frau, die mit viel Esprit schnell Quoten-Erfolge feiert und gut gelaunt die Emanzipation ins Fernsehen bringt. 
Schmorgericht von der Quoten-Kathy
Detlev Buchholz, der auch bei den „Radio Gaga Shows“ den Ton angibt, spielt live die Musik dieser gelungenen Retro-Revue ein. Als Hippie vor der Zeit sitzt er auffällig gekleidet, aber kaum sichtbar hinter dem Heinzelkoch, einem originalen, von Wilmenrod einst propagierten Küchengerät, und begleitet das Darstellertrio, das mit großer Spielfreude und mindestens ebenbürtigen Sangeskünsten von der Geschlechterrevolte der 1960er-Jahre erzählt und dabei bestens unterhält. Flott inszeniert von Felicitas Hadzik, stimmig ausgestattet von Beisel und seinem Lebensgefährten Matthias Lauterbach, mit begeisternden Choreografien, viel Humor und Slapstick sowie Schlagern der Zeit, von Peter Alexanders „Komm’ und bedien’ dich“ bis Gitte Haennings „Ich will ’nen Cowboy als Mann“. Dazu richtet „Quoten-Kathy“ live ein „schmackhaftes Schmorgericht“ an, dessen Wohlgerüche bald von der Bühne in den Zuschauerraum wehen und den Appetit anregen. Immerhin die Zuschauer auf den vorderen Plätzen dürfen auch probieren.

Quelle:© Die Rheinpfalz, Mittwoch, 04.12.2019


Heiteres aus den 60er Jahren

11. Dezember 2019/Autorin: Sylvia Osthues

Manuela, Peggy March, Connie Francis und Trude Herr auf der Bühne in Neckarau, kein Mensch hätte das je für möglich gehalten. Das Rhein Neckar Theater hatte es jedoch mit seiner Comedy-Revue durch die 1960er Jahre geschafft, nicht nur die Schlagerstars vergangener Tage wieder aufleben zu lassen. Es lagen Musik, Sektlaune und der Geruch frisch gebratenen Gulaschs in der Luft, als das Ensemble um Regisseurin Felicitas Hadzik mit der Comedy-Revue „Willkommen in den Sixties“ im Rhein Neckar Theater seine Premierenvorstellung gab.
„Die Älteren im Saal werden sich erinnern und die Jüngeren sich wünschen, dabei gewesen zu sein“, hätte es Produzentin Dagmar „Daggi“ Ginster (Barbara R. Grabowski), ganz im Stil der 60er Jahre mit Petticoat, treffender nicht formulieren können. Der Text der Comedy-Revue stammt wieder aus der Feder von Theaterchef Markus Beisel: Erzählt wird die Geschichte von Katharina Bischoff (Rosa Sutter). 
„Quoten-Kathy“, wie man sie später nur noch nannte, war die erste Frau, die eine Kochsendung im deutschen Fernsehen moderieren durfte. Mit ihrer frechen, humorvollen Art fegte sie die Konkurrenz von den Bildschirmen, allen voran den amtierenden Platzhirsch Clemens Walmenroth (Markus Beisel). Gemeinsam mit ihrer Produzentin Dagmar „Daggi“ Ginster (Barbara R. Grabowski) revolutionierte sie das Frauenbild der 60er Jahre. Der Eröffnungssatz jeder ihrer Sendungen wurde zum geflügelten Wort: „Willkommen in den Sixties!“ Zahlreiche Lieder den 60er Jahren, unter anderem aus der Feder von Cynthia Weil und Barry Man, Heinz Korn, Randy Randolph oder Ralph Maria Siegel, wurden von Jinglemacher Detlev Buchholz live gespielt. Voll Inbrunst von Barbara R. Grabowski, Rosa Sutter und Markus Beisel gesungen, weckten die Hits der 60er Jahre nostalgische Gefühle bei den Theaterbesuchern. Darunter „Schuld war nur der Bossa Nova“, „Mit 17 hat man noch Träume“, „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ oder „Heißer Sand“, die verzücktes Erinnern in die Gesichter zauberten und für kräftigen Applaus vom Publikum sorgten. 
Bravo-Rufe erfüllen den Saal
Und als die Drei dann auch noch „Ich will keine heiße Schokolade“ oder „Ich will ‘nen Cowboy als Mann“ zum Besten gegeben hatten, war’s mit der Ruhe im Saal vorbei. Pfiffe vor Begeisterung, euphorisches Klatschen und Zugabe-Rufe erfüllten den Raum. Auch wenn das Gekreische im Saal mit dem Originalton aus den 1960er-Jahren nicht mithalten konnte, so bescherte es den drei Akteuren doch einen herzlichen Empfang auf der Bühne. Mit Titeln wie „Ganz in Weiß“, „Liebeskummer lohnt sich nicht“, „Mama” und „Ich sprenge alle Ketten” hatten sie einmal mehr an diesem Abend die Begeisterung im Saal geweckt und bei der Mischung aus Mitsingen, Jubeln, Klatschen und Pfeifen konnte man vielleicht einen Eindruck davon gewinnen, wie ein Schlagerstar der 60er Jahre sich seinerzeit gefühlt haben muss. 
Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Abend, bei dem die schrägen Tanzeinlagen ebenso zur Belustigung beitrugen wie die vielen lustigen Einfälle und Kostüme (Markus Beisel), bei denen sich die Künstler auch selber auf die Schippe nahmen.

Quelle:© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 11.12.2019


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