Presse

Sophie & Inge - babble und singa

Mannheimer Morgen, 11. November 2015, veröffentlicht von Janek Rauhe

Krieg der Großmütter

Krieg im Bestattungsinstitut: auf der einen Seite das Mannheimer Schlappmaul Sophie, auf der anderen Seite die mürrische Berlinerin Inge. Die beiden rüstigen Damen sind schon lange in Rente und haben ihre Gatten überlebt. Jetzt wollen sie sich das Grab neben ihren verstorbenen Ehemännern sichern und treffen sich zufällig beim Bestatter. Doch dann stellt sich zu ihrem Entsetzen heraus, dass nur noch ein Grab frei ist - und das liegt auch noch ausgerechnet in der Mitte zwischen ihren Männern.

So entwickelt sich auf der Bühne des Rhein-Neckar-Theaters ein unerbittlicher Kampf um die letzte Ruhestätte der beiden Furien. Der Zuschauer kommt bei der Premiere des Stücks "Sophie & Inge - babble und singä" gar nicht mehr aus dem Lachen heraus. Denn eine absurde Situation reiht sich an die andere, der Streit zwischen den Damen eskaliert von Szene zu Szene. Dabei kommt es nicht nur zu Wortgefechten. Das Stück ist ein Comedymusical und so schmettern Inge und Sophie auf die Melodie von bekannten Popliedern einen Abgesang auf ihr Gegenüber.
Wiedersehen mit bekannten Rollen.

Den Besuchern des Theaters an der Angelstraße werden die beiden Charaktere schon aus anderen Stücken bekannt sein. Sophie alias Marion La Marché trat in dieser Rolle schon in der Pop-Revue "ABBA Hallo!" auf. Intendant Markus Beisel schlüpft in die Rolle der Inge, die er in seinem Theater schon häufiger gespielt hat. Wenn Inge zum Muttertag oder an Weihnachten auftritt, dann sind die Tickets für ihre Besuche schon nach kurzer Zeit ausverkauft. In dem Comedymusical treffen die beiden rüstigen Diven erstmals aufeinander.

Das Drehbuch haben La Marché und Beisel selbst geschrieben. Das merkt der Zuschauer, denn die Texte sind den beiden Paraderollen auf den Leib geschrieben. Die mürrische Inge, die ihre Giftpfeile gekonnt verschießt und immer trifft, wächst dem Zuschauer trotz ihrer Art ans Herz. Die gute Seele bleibt allerdings Sophie, die mit ihrem breiten Mannheimer Dialekt für viele Lacher sorgt und auf Inges zynische Art mit noch mehr Herzlichkeit reagiert.

Das Stück ist eine sehr überzeugend gespielte, kurzweilige Unterhaltung, die gerade auch durch ihre Mannheimer Mundart überzeugt.

Quelle: http://www.morgenweb.de/mannheim/stadtteile/krieg-der-grossmutter-1.2511771

Musicalkomödie "Sophie & Inge - babble und singä" begeistert Premierenpublikum

Rheinneckarblog, 02. November 2015, veröffentlicht von Hannah-Marie-Beck

“Das kommt dabei raus, wenn zwei Verrückte ein Stück machen”

Mannheim, 02. November 2015. (red/hmb) Wenn sich zwei Omas im Bestattungsinstitut begegnen, dann kann das nur im Rhein Neckar Theater passieren: Am Freitagabend feierte man dort die Premiere der Musicalkomödie “Sophie und Inge – babble und singä”. Das Publikum war begeistert – immer wieder gab es Szenenapplaus und zum Schluss Standing Ovations.

Am vergangenen Freitag feierte das Rhein Neckar Theater Premiere mit dem Stück “Sophie & Inge – babble und singä”, ein Comedy Musical, das Intendant Markus Beisel geschrieben hat.

Die Figuren Sophie (Marion La Marché) und Inge (Markus Beisel) sind den Besuchern des Rhein Neckar Theaters längst bekannt: Auf der Bühne des Theaters waren die beiden “Omas” bereits in einigen anderen Stücken zu sehen.

In der neuen Aufführung treffen Sophie und Inge aber erstmals aufeinander – und das nicht irgendwo auf der Straße, sondern in einem Bestattungsunternehmen: Schließlich muss man ja fürs Sterben vorsorgen.

Das kommt dabei raus, wenn zwei Verrückte ein Stück machen,

meinte Schauspielerin Marion La Marché nach der Premiere und bringt es damit auf den Punkt. Wenn sich zwei durchgeknallte Omas im Bestattungsinstitut begegnen, dann kann das nur im Rhein Neckar Theater passieren.

Wer glaubt, dass im Alter die Vernunft und die Weisheit die Oberhand gewinnen, der kennt die Figuren Sophie und Inge nicht.

Die beiden Omas haben durchaus einen gewissen Draht zueinander – sie können gemeinsam über das Alter, Geldprobleme und ihre undankbaren Kinder jammern. Aber so wirklich leiden können sie sich dennoch nicht. Im Gegenteil, Sophie und Inge beschimpfen sich unentwegt.
Als sich dann herausstellt, dass sich beide das gleiche Grab reservieren lassen wollen, eskalieren die Streitereien endgültig:

Wer schön sein will muss leiden,
sagt Inge.

Na dann hast du aber schon lange nicht mehr gelitten!,
kontert Sophie mit hämischem Grinsen.

Je fieser und bösartiger die gegenseitigen Beschimpfungen der beiden Omas werden, desto begeisterter zeigen sich die Zuschauer. Sie jubeln, grölen mit und ergänzen auch mal die Sätze der Darsteller.

Ein Beispiel: Sophie kommt in eine Toilette und blickt sich frustriert um. “Ohje, wer soll das denn hier alles…” setzt sie an – aber kommt nicht zu Wort, denn die Zuschauer sind schneller und rufen im Chor:

…putzen!

Die Stimmung im Rhein Neckar Theater ist an diesem Abend einfach großartig – das Publikum voll dabei: Bei den Liedern wird mitgeklatscht, immer wieder gibt es Szenenapplaus und am Schluss Standing Ovations.

Dabei ist der Humor ganz schön hemmungslos und überschreitet häufig auch die Grenzen des guten Geschmacks – zarte Gemüter haben hier eher nichts verloren.

Die Probleme des Älterwerdens, sonst nur ungern angesprochen, werden in dem Stück direkt und ohne falsche “Bescheidenheiten” Zote um Zote thematisiert. Sophie und Inge zeigen, dass man über alles lachen kann – auch Inkontinenz.

Quelle: http://www.rheinneckarblog.de/02/das-kommt-dabei-raus-wenn-zwei-verrueckte-ein-stueck-machen/82004.html

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