Presse

Premiere: Krieg der Geranien

Vergebliche Friedensversuche

02. Juli 2014, Von unserer Mitarbeiterin Sylvia Osthues, morgenweb.de

Sie hatten sich das Leben so schön vorgestellt: in ihrer ersten gemeinsamen Wohnung. Doch nun kommt alles anders für Maggi Senner und Mirko Schuster. Die neuen Nachbarn machen Ärger. Ihr ständiges Herumschnüffeln und Gemecker ist kaum zu ertragen. Zunächst versuchen Maggi und Mirko mit den spießigen Nachbarn zurechtzukommen, dann aber bricht Krieg aus zwischen den ungleichen Nachbarn. Mit einem furiosen Nachbarschaftsstreit über die Geranienkästen auf den Balkonen hinweg setzt sich das neueste Stück des Rhein-Neckar-Theaters auseinander.

"Krieg der Geranien" heißt das Episodenstück in zwei Akten von Markus Beisel (Buch und Regie), das die Gäste bei der restlos ausverkauften Premiere trefflich unterhielt. Die Nachbarn haben es nicht ganz leicht miteinander. Zwei Ehepaare, Balkon an Balkon, aber nicht immer auf einer Wellenlänge. Der eine, Wilfried Zimmermann, ist ein pensionierter Ordnungshüter, der jedes noch so kleine Vergehen sofort zur Anzeige bringt. Seine Frau Erna ist der Drachen des Hauses. Neugierig mischt sie sich in alles ein und hat selbst vor dem Postgeheimnis keinen Respekt.
Jede Kleinigkeit neuer Zündstoff

Anfangs versuchen es Maggi und Mirko noch mit Herzlichkeit, Verständnis und Diplomatie. Doch die Zimmermanns lassen sich nicht beirren: Ob Hundegebell oder Mülltrennung - jede Kleinigkeit bringt neuen Zündstoff in einen wachsenden Konflikt. Eine lautstarke Einweihungsparty, zu der alle Nachbarn außer den Zimmermanns eingeladen sind, bringt dann das Fass zum Überlaufen. Von nun an herrscht Krieg zwischen den Nachbarn.

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Krieg der Geranien

Großartige Premiere von "Krieg der Geranien" im Rhein-Neckar-Theater Balkone der Bosheit

20. Juni 2014 veröffentlicht von Hardy Prothmann

Mannheim/Rhein-Neckar, 20. Juni 2014. (red/hp) Zwei Stunden lang pure Lust an der blanken Bosheit. Der Satz reicht, um das ganz und gar grandiose Stück “Krieg der Geranien” zu beschreiben. Die bitterböse Komödie von Markus Beisel hat das Zeug, der absolute Renner auf deutschen Bühnen zu werden. Man amüsiert sich selbst dann noch köstlich, wenn einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

Der Meister des alltäglich Bösen oder bösen Alltags hat einen Namen: Markus Beisel. Der Tausendsassa des
Rhein-Neckar-Theaters hat mit “Krieg der Geranien” ein Stück auf die Bühne gebracht, wie man es selten erlebt. Durch und durch lebendig, obwohl der Schauplatz nur zwei Balkone sind. Rasend schnell, obwohl der Raum begrenzt ist.
Brüllend komisch, obwohl alles eigentlich bitterböse ist. Und mitreißend, weil es mitten aus dem Leben ist.

Selbst ein wasserdichter Vibrator vermag die vertrocknete Erna nur kurz zu beglücken. Natürlich im Geheimen – was sonst. Jede noch so widerliche Unterstellung, die die Zimmermanns den neuen Nachbarn vorwerfen, toppen sie selbst – der scheinbar so rechtschaffene Willi holte sich als früherer Ordnungsamtsmitarbeiter einen Tripper, vermutet aber, dass Maggi einen Puff in der Wohnung aufmachen will, nur weil sie mit Sexspielzeug und Dessous handelt. Mirko wird als verkappter Schwuler gebrandmarkt – selbstverständlich nicht ohne die Sorge vor “schlimmen Krankheiten” zu thematisieren. Erna gibt die aufrechte zweifache Mutter, doch ihre Kinder haben längst das Weite gesucht, um der kaltherzigen Schranze zu entfliehen.

Maggi ist Vegetarierin – vollständig im Kontrast zur Innereien kochenden Erna. Hier die feine Spitze, dort der geschmacklose Woolworth-Badeanzug. Mirko in Boxershorts versus einen Hosenträger-Schmerbauch, der in seiner kleinen Denunziationsbibel alles notiert, womit er anderen Menschen via Anzeige das Leben zur Hölle machen kann.

Quelle: © RHEINNECKARBLOG vom 20 Juni 2014

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